Lange Links in E-Mails: warum sie zerbrechen und was hilft
Ein Klassiker unter den E-Mail-Pannen
Sie schicken einem Kunden den Link zu einem Dokument, er antwortet: "Da kommt nur eine Fehlerseite." Sie testen den Link bei sich, er funktioniert einwandfrei. Was ist passiert? Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist der Link unterwegs zerbrochen, und schuld ist eine Eigenheit, die so alt ist wie die E-Mail selbst.
Viele Mailprogramme brechen Textzeilen nach einer bestimmten Zeichenzahl um, eine Konvention aus den Anfangstagen des Mediums. Eine Adresse mit 150 Zeichen wird dabei in zwei oder drei Zeilen zerteilt. Das Mailprogramm des Empfängers erkennt dann oft nur die erste Zeile als Link, der Rest hängt als toter Text darunter, und der Klick führt auf eine unvollständige Adresse, sprich: die Fehlerseite. Besonders anfällig sind reine Text-Mails, Weiterleitungen, in denen sich Formatierungen ändern, und die typischen Bandwurm-Adressen aus Shops, Karten- und Buchungsdiensten mit vielen Parametern.
Lösung eins: der Kurzlink
Die robusteste Abhilfe ist, die Adresse gar nicht erst lang auf die Reise zu schicken. Ein Kurzlink wie 9044.de/932 hat elf Zeichen und passt in jede Zeile, egal wie streng das Mailprogramm umbricht, wie oft die Nachricht weitergeleitet wird oder ob der Empfänger sie auf dem Handy liest. Gekürzt ist die Adresse in unter einer Minute, und als Absender sehen Sie am Aufrufzähler sogar, ob der Link geöffnet wurde, hilfreich, wenn auf eine wichtige Mail keine Reaktion kommt.
Lösung zwei: verlinkter Text in HTML-Mails
In modernen Mailprogrammen können Sie Text markieren und die Adresse dahinterlegen, aus "hier ist das Angebot" wird ein klickbares Wort, die lange Adresse bleibt unsichtbar und bruchsicher. Das ist elegant, hat aber zwei Haken. Erstens funktioniert es nur, solange die Mail als HTML ankommt; manche Empfänger und Systeme stellen auf Reintext um, dann ist die Verknüpfung weg. Zweitens ist verlinkter Text genau das Muster, mit dem Phishing arbeitet ("Klicken Sie hier"), weshalb misstrauische Empfänger und manche Firmenfilter zurückhaltend reagieren. Ein sichtbarer, kurzer Link wirkt hier oft vertrauenswürdiger, weil der Empfänger sieht, welche Domain ihn erwartet.
Der Spezialfall Signatur
In der E-Mail-Signatur sammeln sich gern drei, vier lange Adressen: Website, Terminbuchung, aktueller Prospekt. Gekürzt wirkt der Fuß der Mail sofort aufgeräumter, und die Links überleben jede Weiterleitung. Praktisch auch für Aktionen: Eine Zeile wie "Unser Sommerangebot: 9044.de/932" lässt sich monatlich austauschen, und über die Verwaltungsseite sehen Sie, wie viele Empfänger tatsächlich draufgeklickt haben.
Kurze Checkliste vor dem Absenden
Erstens: Adressen über etwa 70 Zeichen entweder kürzen oder als verlinkten Text setzen, nie roh in eine Textmail. Zweitens: Den Link nach dem Versand einmal in der Kopie an sich selbst anklicken, was bei Ihnen ankommt, kommt so ähnlich auch beim Empfänger an. Drittens: Bei wichtigen Mails eine Zeile Kontext zum Link schreiben, das erhöht Vertrauen und Klickrate zugleich. Mit diesen drei Handgriffen gehört "der Link ging nicht" der Vergangenheit an.
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